Centifolien - Rosa centifolia mit ihren Formen und Hybriden

Geschrieben von 02.05. 2007 09:54:27 (12912 Leser)

Rosa centifolia

Übersetzt man Rosa centifolia in die deutsche Sprache so heisst dies 'hundertblättrige Rose'. Zu Recht haben die Centifolien diesen Namen erhalten, zeigen die gefüllten Blüten doch eine beachtliche Menge an Petalen.

Es handelt sich hier im Grunde nicht um eine eigentliche Klasse, sondern eher um eine komplexe Hybride, an deren Entstehung vermutlich, Rosa canina, Rosa gallica, Rosa phoenica, Rosa moschata sowie Rosa damascena beteiligt waren. Wie und wann genau diese Hybriden jedoch entstanden sind, bleibt bis heute ein Geheimnis. Bei den ersten Centifolien dürfte es sich noch um Mutationen handeln. Im 16. Jahrhundert begannen sich dann aber vor allem die Holländer mit grösserem Erfolg um eine gezielte Nachkommenschaft der Rosen zu kümmern. Durch eine vielfältige Auslese entstand bald ein reichhaltiges Sortiment, deren Vielfalt wir auf zahlreichen Werken alter Meister bewundern können. Um 1814 zählte die Rosensammlung in Malmaison gerade mal 27 Centifolien. Im Jahre 1858 war diese mit 180 Sorten vertreten. Leider sind die stark gefüllten alten Sorten steril. Man kann sie jedoch relativ einfach, durch Stecklinge oder bei wurzelechten Sorten, durch Teilung vermehren.
Bevor Linné die Centifolien mit dem Namen Rosa centifolia belegte war sie als 'Grosse holländische Rose', als 'R. x centifolia batavia' aber auch als 'Grosse Provencerose' bekannt. Auch trat sie unter dem Namen 'Cabbagerose' oder 'Kohlrose' auf, da ihre Blüten sehr gross sind und die gefältelten Blütenblätter dem Kohl ähnlich sahen. Bis heute werden diese Rosen zur Gewinnung von Rosenöl angebaut. Die meisten Sorten blühen einmal, je nach Lage von Juni bis Juli. Mit ihrem auseinanderfallendem, zum grossen Teil überhängenden Wuchs fällt es einem manchmal schwer, sie in einen 'geordneten Garten' einzufügen. Sie erfreuen uns aber mit solch einer Blütenpracht, dass sich der Mehraufwand an Arbeit lohnt.

Bei freiem Wuchs mit Auslichtungsschnitt nach der Blüte im Sommer oder im darauffolgenden Frühjahr müssen die Triebe oft gestützt oder aufgebunden werden. Wenn sie die Sträucher nach der Blüte um ca. einen Drittel zurückschneiden, so dass sie je nach Triebstärke eine Höhe zwischen 70 cm und 120 cm erhalten und dies Mitte September und im darauffolgenden Frühjahr noch einmal wiederholen, erhalten sie stabile, dichte Sträucher mit einer enormen Blüte auf Augenhöhe, die nur noch vereinzelt eine Stütze benötigen. Diese Art von Schnitt eignet sich nur für milde Lagen und es ist wichtig zu wissen, dass die eventuelle schwache Nachblüte im Herbst entfällt. Wichtig zu beachten ist auch, dass sie einen luftigen, nicht zu heissen Standort für diese Rosen wählen, da andernfalls die Bildung von Mehltau begünstigt wird.

Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln: Rosa centifolia, Rosa centifolia 'Cristata', Rosa centifolia 'Major', Rosa centifolia 'Minima', Rosa centifolia 'Variegata', Rosa 'Bullata', Rosa 'Fantin Latour', Rosa 'La Noblesse', Rosa 'Spong', Rosa 'Petite de Hollande'.
© Text und Fotos: Brigitte Buser
Atelier zum Dorfgarten, Zunzgen, Schweiz
www.zumdorfgarten.ch

Artikel: centifolien rosa

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