Pflanzen: Capsicum chinense - Paprika

Geschrieben von 24.09. 2016 21:06:51 (996 Leser)

Capsicum chinense (selten auch Capsicum sinense) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse, sie gehört zu den Paprikas. Zuerst wurde die Pflanze im Jahr 1768 in Philip Millers Schrift „A Gardener’s Dictionary“ als Capsicum angulosum beschrieben, den Namen Capsicum chinense bekam sie durch Nikolaus von Jacquin. Da dieser sein erstes Exemplar von einem chinesischen Händler erhielt, nahm er irrtümlich an, die Pflanze stamme aus China. Die Pflanze ist jedoch nicht asiatischer Herkunft, sondern stammt wie alle Paprikaarten aus Südamerika. Die schärfsten Chilisorten, wie beispielsweise Habanero, gehören zu dieser Art.

Capsicum chinense - Paprika

Capsicum chinense ist von den kultivierten Capsicum-Arten die einzige, die dominant im feuchttropischen Klima gedeiht.

Die Art ist wahrscheinlich in Peru heimisch, wächst aber aus klimatischen Gründen nur in einem kleinen Teil des Landes. In der peruanischen Küche spielen daher die beiden Arten Capsicum baccatum und Capsicum pubescens eine wesentlich größere Rolle. Die bekannteste peruanische chinense-Sorte ist der rote chinchin-ucho.

Die meisten verschiedenen Capsicum-chinense-Sorten findet man heute in der Karibik, wo Capsicum chinense die am häufigsten angebaute Chiliart ist. Beispiele sind der rote Scotch Bonnet aus Jamaika, der orange Habanero aus Kuba (heute vorwiegend in Yucatán angebaut) und Madame Jeanette aus Haiti. Daneben gibt es auch in den an die Karibik grenzenden Gebieten Nord-, Mittel- und Südamerikas einige traditionelle Sorten wie den Datil aus Florida und den Adjuma aus Suriname.

Das Chile Pepper Institute der New Mexico State University in Las Cruces im US-Bundesstaat New Mexico beschäftigt sich mit der Züchtung; im 40 Meilen entfernten Hatch (New Mexico) findet ein jährliches Chili-Festival statt. In Hatch werden auch Sorten wie Bhut Jolokia und Trinidad moruga scorpion angebaut.

Scharfe Capsicum-chinense-Chilis findet man auch im tropischen Afrika, wo sie von heimgekehrten Sklaven eingeführt wurde, zum Beispiel der gelbe Fatalii. Dagegen gibt es in Asien nur sehr wenige Capsicum-chinense-Sorten. Eine davon ist Naga Morich aus Bangladesch, deren Züchtung Dorset Naga jüngst mit Scoville-Einheiten über 870.000 auf sich aufmerksam machte.
Text Wikipedia
Photo: Marie Fárová