Pflanzen: Kletterrosen

Geschrieben von 15.09. 2006 09:52:43 (23957 Leser)

Rosenbogen vor einem Hauseingang

Rosa
Kletterrosen sind für Wände wie geschaffen! Sie bringen neben dem "Grün" noch Blüten, und vor allem keine Schäden für die Bausubstanz. Besonders interessant sind die wenigen, z. T. ganz neuen Sorten, die lange ihr Laub halten und so als beinahe wintergrün gelten. Sie schließen die schmerzliche Lücke zwischen immergrünen und Blühpflanzen - mit ihnen sieht eine Wand das ganze Jahr reizvoll aus!

Ansprüche

An Wänden genügt eine sonnige Lage, ein vollsonniger Standort wird von vielen, latent mehltauanfälligen Sorten nicht vertragen. Halbschatten und absonnige Lage können in diesem und jenem Fall durchaus zu Blüten führen, Vollschatten kommt jedoch eher nicht in Frage.
Der Platz sollte nicht windig, aber luftumspült sein.
Große Aufmerksamkeit gilt dem Boden: Er sollte tiefgründig und sandig-lehmig, nicht zu feucht, aber auch nicht trocken sein. Gerade Kletterrosen an sonnigen Wänden ("Backofenwirkung") leiden oft unter Verdunstungsstress und ausgesaugtem, trockenen Boden.
Weiterhin sollte der Boden humushaltig, jedoch nicht zu nährstoffreich sein. Eine Düngung mit Kali ist sehr zu empfehlen, als ökologische Variante in Form von Holzasche, jeweils aber nur bis August, um die angehende Winterruhe nicht durch Anregung von zu viel Neuaustrieb zu gefährden.

Wuchs und Blätter

Kletterrosen sind Spreizklimmer, Ihre zum Teil sehr langen, dornigen Triebe wachsen je nach Art und Form aus dem Boden nach oder an älteren, bereits zu Stammholz formierten Trieben. Viele Sorten neigen wuchsbedingt zum Verkahlen in den unteren Bereichen.
Die Blätter haften von Mai bis Oktober, bei wenigen Sorten je nach Standort auch deutlich länger bis Februar / März.

Blüte und Frucht

Die Blüten bilden sich an den Enden der jährlichen Neutriebe, oft in Gruppen oder Büscheln und in einer mannigfaltigen Palette von weiß, rosa oder rot, je nach Sorte, aber auch gelbe, apricot-farbene und ähnliche Töne gibt es. Es werden einmal blühende, mehrfach im Jahr blühende und (fast) dauerblühende Sorten unterschieden.
Manche Sorten vertragen keinen Regen in der Blühzeit oder trennen ("putzen") sich schlecht von ihren Blütenresten.
Rote Sorten "verblauen" mitunter im Verlauf jeder einzelnen Blüte, werden also rosa oder zartviolett.
Als Früchte erscheinen grüne, bei Sorten, die den Wildformen nahe stehen auch rote Hagebutten.

Rankhilfen

Zum Anheften oder Einstecken der Triebe braucht eine Kletterrose Unterstützung in Form von Wandspalieren, Drahtseilen, Rosenbögen oder Rankpyramiden. Für Systeme aus Draht und Seil nutzen Sie bitte die umfangreiche Übersicht weiter unten! Wichtig bei Draht- und Holzspalieren: Die (dick werdenden) Haupttriebe, also das Astgerüst, sollten immer außen auf das Spalier gebunden werden. Hinter ein Spalier geführte Hauptäste können später das Ranksystem beschädigen. Blüten tragende Jahrestriebe, die später wieder abgeschnitten werden, können auch hinter das Spalier gesteckt werden. Meist genügen Wandhalter mit einem Wandabstand (Seil zu Wand) von 4 - 5 cm, an heißen Südwänden wegen der Mehltaugefahr besser 7 -10 cm.
Oft genügt auch ein freistehender Pfahl oder ein alter Obstbaum im Garten als Rankhilfe für eine Kletterrose.....

Schnitt

Die Formierung erfolgt wie auf der Grafik gezeigt, aber jeweils unterschiedlich für die verschiedenen Wuchsgruppen, die hier nicht erörtert sind. Der Schnitt nebst Auswahl geeigneter Triebe zum Aufbau eines Astgerüstes ist entsprechend durchzuführen. Das Abschneiden ganzer Triebe wird so ausgeführt, dass immer noch ein kurzer Stummel bleibt.
Das Webschneiden abgeblühter Blüten regt neuen Blütenflor an und verlängert so die Blütezeit.
Wachsen aus dem Erdbereich Triebe mit anders gearteten Blättern als am Rest der Pflanze, handelt es sich um einen Austrieb der unterhalb der Veredelungsstelle liegenden "Unterlage". Solche Triebe sollten konsequent bis in die Erde hinein weg geschnitten werden.

Bemerkungen

Aufgrund des hohen ästhetischen Anspruchs, der an Kletterrosen gestellt wird, ist es besonders traurig, wenn hier Blattkrankheiten und muffiger Mehltau-Geruch auf Blättern sowie Blüten auftreten.
Es soll nicht verschwiegen werden, dass wohl Züchter, Verkäufer und Kunden gegenwärtig beinahe fassungslos einer drastischen Zunahme der Pilzkrankheiten bei Rosen gegenüber stehen, was vermutlich (auch) mit der schwefelfreien, sauberen Luft zusammenhängt. Gegen Sommer-Ende sind unter den "normalen", ungespritzten Kletterrosen an Hauswänden kaum noch Exemplare zu finden, die gesund und voll belaubt stehen.
Deshalb führt FassadenGrün besonders robuste Sorten, die dann auch schon im Pflanzjahr blühen. Maßstab für Resistenz gegen Pilzkrankheiten ist z. B. das ADR-Prüfsiegel ("Anerkannte Deutsche Rose"). Leider haben hier gerade die edelrosenähnlichen Sorten Probleme, die strenge Prüfung zu bestehen.

Dresden / Sachsen

Kamenz / Sachsen

Sven Taraba von FassadenGrün
www.fassadengruen.de

Artikel: kletterrosen

19.10. 2006
35.11 kB Leser
Kletterrosen - Blühende Wände bis Oktober
14.08. 2007
25.53 kB Leser
Rosa 'Compassion' - Kletterrose
15.02. 2007
16.38 kB Leser
La France, eine Rose setzt die Grenze zwischen alt und neu
26.09. 2006
16.11 kB Leser
Herbstkolorit - Auftakt zur herbstlichen Ruhezeit
11.09. 2006
12.94 kB Leser
Die wichtigsten Pflanzenarten
15.02. 2007
18.46 kB Leser
Rosen - Schnitt
19.04. 2007
10.67 kB Leser
Karl Foerster (1874-1970) - Sein Garten in Bornim
25.10. 2006
20.07 kB Leser
Albarosen - Rosa alba
Diskussionsforum / Rosen
19.09. 2016
779 Leser
Rosen - Rosa